Religionstag am Priemberg

Anfang Juni 2015 haben wir mit einer Veranstaltungsreihe begonnen. Auf Einladung der Waldenfels-Born-Stiftung haben sich in Essen einige Theologen und in der Öffentlichkeit Tätige zu einem Gespräch getroffen, das in lockerer Folge die Frage stellt:
Was bringt das Christentum heute noch?

 

Im ersten Treffen wurde gefragt: Hat das Christentum nicht weithin seine Relevanz verloren? Haben nicht andere Gruppierungen längst die Herrschaft übernommen, wenn es um die öffentliche Meinung, um heutige Richtungsbestimmungen und Orientierungen geht? Der Anzeiger für die Seelsorge hat im Septemberheft 2015 einen Bericht gebracht, der hier abgerufen werden kann.

 

In einem zweiten Treffen im Dezember 2015 zeigte Prof. Dr. Günter Riße, dass der christlich-islamische Dialog vor allem darunter leidet, dass der Islam vielfach zu undifferenziert und pauschal betrachtet wird mit dem Ergebnis, dass er aufgrund der zahlreichen negativen Erfahrungen mit islamisch motiviertem Terror und entsprechender Gewalttätigkeit Ängste und Feindseligkeiten in der Gesellschaft erzeugt. Nur ein solides und differenziertes Wissen über die verschiedenen Gestalten des Islam in Geschichte und Gegenwart kann Raum schaffen für einen verständigen und friedvollen Umgang und Korrekturen.

 

Der 3. Religionstag (4.Juli 2016) stand im Zeichen der Begegnung von Christen und Juden in Deutschland. Dr. Paul Petze schilderte zunächst sehr konkret Erfahrungen mit Juden im heutigen Alltag und in Gottesdiensten, wie man sie kaum sonst zu hören bekommt. Angesichts der relativ geringen Zahl von Juden, die heute noch in Deutschland leben, kommen viele Deutsche kaum zur persönlichen Begegnung mit jüdischen Mitbürgern. Was Juden wichtig ist, etwas die Bedeutung des 9. Mai als Tag der Befreiung, bleibt vielen unbekannt, wie auch die übertragung des allgemeinen Begriffs von Religion nicht so selbstverständlich ist, wie es vielfach erscheint. Weiteres Thema waren die theologisch ungeklärten Fragen zwischen Christen und Juden, u.a. die Verwendung des Volk Gottes-Begriffs, nach wie vor die Eigenständigkeit des christlicherseits "Altes Testament" genannten Teils der Bibel, die Rolle Jesu als Juden und seine Bedeutung für das Judentum. Dr. Petzel stellte schließlich ein wenig bekanntes Dokument vor, in dem Vertreter des orthodoxen Judentums anlässlich des 50. Jahrestags von "Nostra aetate" am 2. Dezember 2015 ihren Respekt vor dieser Konzilserklärung zum Ausdruck gebracht haben.

 

Der nächste Religionstag wird sich mit dem Verhältnis von Christentum und Judentum heute beschäftigen. Dr. Paul Petzel wird in das Thema einführen.

 

 

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Wann, wenn nicht jetzt? Von Abba bis Zorn Gottes

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